Veranstaltungen
Oktober 2026
Mittwoch,
Historischer Verein des Kantons St.Gallen
«Abgedrehte Kupferwaren»: Kriegsmaterialexporte der schweizerischen Maschinen-, Metall- und Uhrenindustrie im Ersten Weltkrieg
Der Erste Weltkrieg war nicht nur durch eine zunehmende Mechanisierung des Tötens, sondern auch einen immer härter geführten Wirtschaftskrieg geprägt. Munition wurde in den Krieg führenden Ländern rasch zu einem zentralen, in grossen Mengen benötigten «Rohstoff» des Krieges. Schon Ende 1914 begann die stark exportorientierte schweizerische Uhren-, Metall- und Maschinenindustrie Präzisionszünder für Artilleriegeschosse und weiteres Kriegsmaterial zu produzieren und in immer grösserem Umfang an beide Krieg führenden Parteien zu exportieren.
Das Referat von Dr. Roman Rossfeld, Wirtschaftshistoriker und Wissenschaftlicher Mitarbeiter SHSS der Universität St. Gallen zeigt auf, was für einen Umfang die Schweizer Kriegsmateriallieferungen im Verlauf des Krieges annahmen, wie sie mit der schweizerischen Neutralität vereinbar waren und mit welchen Argumenten sie im Verlauf des Krieges befürwortet oder kritisiert wurden.
Eintritt frei, mit Apéro.
Mittwoch,
Historischer Verein des Kantons St.Gallen
Kriegsmaterial, Rüstungspolitik und Rüstungshandel in der Schweiz des Kalten Krieges
Der Vortrag von Prof. Dr. Sibylle Marti, SNF-Assistenzprofessorin am Historischen Institut der Universität Bern, nimmt die Rüstungspolitik und den Rüstungshandel in der Schweiz des Kalten Krieges in ihren vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen Militär, Industrie, Politik und Öffentlichkeit in den Blick. Die Kriegsmaterialpolitik der ‚neutralen‘ Schweiz wurde wesentlich vom Kalten Krieg bestimmt, war aber auch durch innenpolitische Faktoren beeinflusst.
Der Vortrag zeigt, dass Rüstungskontrolle und Kriegsmaterialexporte gesellschaftlich umkämpfte Themen waren, die von Auseinandersetzungen und Skandalen begleitet wurden. Beleuchtet werden Widersprüche zwischen den Vorstellungen von schweizerischer Autarkie und Unabhängigkeit einerseits und der konstitutiven Abhängigkeit von westlichen Technologietransfers und ökonomischen Verflechtungen andererseits.
Eintritt frei, mit Apéro.